Wissenschaftliche Projekte

K. Mann, hypothetische Farbrekonstruktion der Aphrodite von Knidos, ausgestellt im Getty Center während des 12th International Polychromy Round Table
K. Mann, hypothetische Farbrekonstruktion der Aphrodite von Knidos, ausgestellt im Getty Center während des 12th International Polychromy Round Table

 

 

 

 

Farben sehen! Die nachhaltige Pop-up-Ausstellungreihe

 

Die nachhaltig konzipierte Pop-up-Ausstellung „Farben sehen“ verfolgt einen neuen Vermittlungsansatz, bei dem die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Polychromie in der Antike nicht nur auf ansprechende Weise erlebbar gemacht werden, sondern auch auf der Grundlage von wiederverwendbaren Ressourcen (analog/digital) an verschiedenen Orten entsprechend den jeweiligen Forschungsschwerpunkten ergänzt und weiterentwickelt werden kann.

 

The sustainably designed pop-up exhibition “Seeing Colors” not only takes a new approach to communicating current scientific findings on the polychromy of ancient art in an appealing way, but can also be expanded and further developed at different locations based on reusable resources (analog/digital) according to the respective research priorities.

 

Publikation zur Ausstellung

 

Ausstellung „Farben sehen“ in der Antikensammlung der FAU Erlangen-Nürnberg, März 2024
Ausstellung „Farben sehen“ in der Antikensammlung der FAU Erlangen-Nürnberg, März 2024

 

 

 

 

 

Die Suche nach einem angemessenen Bild der Geschichte. Re-Inszenierung und Rekonstruktion der Antike in Schrift, Form und Farbe von J. J. Winckelmann bis heute

 

Im Fokus der Publikation steht das Verhältnis von bedürfnisorientierten Geschichtsbildern und künstlerischer Aneignung historischer Stile. Die Kongruenz von Re-Inszenierung oder Rekonstruktion und dem kollektiven Wunsch nach einem repräsentativen Abbild der eigenen Vergangenheit wird dabei unter dem Aspekt eines Zusammenwirkens von Zeitgeist, prägenden Akteuren und historisierenden Ideologien analysiert. Kritisch werden dabei unterschiedliche Dogmen beleuchtet, wie die Idee von der schönen weißen Antike, die bis in unsere zeitgenössische Vorstellung hineinwirkt. Farbrekonstruktionen können zwar helfen, unsere ästhetische Wahrnehmung zu hinterfragen, aber es bleibt offen, ob und wie wir angesichts neuer gesellschaftlicher Herausforderungen mit vorgefassten Meinungen umgehen wollen.

 

The publication focuses on the relationship between adequate images of history and artistic adoption of historical styles. The congruence of re-enactment or reconstruction and the collective desire for a representative image of their own past is analysed under the aspect of an interaction between Zeitgeist, influential protagonists, and historicizing ideologies. Different dogmas are critically illuminated, such as the idea of the beautiful white antiquity, which still has an effect on our contemporary imagination. Colour reconstructions can help to re-examine our aesthetic perceptions, but it is still unclear if and how we want to work with preconceived notions in the context of new societal challenges.

 

Eine Audiodatei zum Buchinhalt (Deutsch):

https://on.soundcloud.com/Rqatu

Audio file of hypothetical colour reconstruction (English):

https://on.soundcloud.com/4SwGy

 

 

Dissertation

In der Publikation "Polonia. Eine Nationalallegorie als Erinnerungsort in der polnischen Malerei des 19. Jahrhunderts" wurde hervorhebend untersucht, wie Künstler im unsouveränen Staat Polen Werke schufen, die den Betrachter an die einstige Existenz der Nation erinnerten, in einer Zeit, in denen polnische Schulen verboten und von den Teilungsmächten eine Germanisierung bzw. Russifizierung der Bevölkerung verfolgt wurde. Diesbezüglich kann beobachtet werden, dass die Künstler in ihren unterschiedlichen Medien „Erinnerungsorte“ schufen, um ein kollektives Gedächtnis aufzubauen sowie die eigene nationale Identität zu bewahren.

The publication "Polonia. A National Allegory as a Place of Memory in 19th-Century Polish Painting", it has been pointed out how artists in the unsovereign state of Poland created artworks that reminded the viewer of the nation's former existence, at a time when Polish schools were forbidden and the partitioning powers wanted to Germanise or Russify the population. In this context, it can be observed that the artists created "places of memory" in their various media in order to build a collective memory and to preserve their own national identity.